Deutsche Leuchten Manufaktur 1862

Historie

Handwerksgeschichte seit 1862

Semper idem

Belegschaft der Sächsischen Broncewaarenfabrik Wurzen vor dem Fabrikgebäude, 1897

Seit über 160 Jahren entstehen in unserer Manufaktur Leuchten, die die Räumlichkeiten von Opernhäusern, Parlamenten, Kirchen, Rathäusern und Yachten weltweit erhellen. Jedes Werkstück ist das Ergebnis der Kunstfertigkeit unserer Mitarbeiter, die sich nicht industriell ersetzen lässt.

Wir beschäftigen derzeit Gürtler, Metallbauer, Schleifer und Polierer, Konstrukteure und Projektmanager, die über ihre ursprünglich erlernten Fähigkeiten hinaus ein breites Portfolio an Fertigkeiten vorweisen können. Die über Generationen weitergegebenen Erfahrungen und Erkenntnisse bündeln Wissen und Können. Mit dem Know-how schaffen wir die ideellen Voraussetzungen für Aufträge von allgemeiner und hochspezieller Art. Kühnen künstlerischen Visionen handwerklich perfekte Form und Gestalt zu verleihen, ist das Markenzeichen der Deutschen Leuchten Manufaktur 1862.

K. A. Seifert gründete 1862 in der Jacobsgasse 37 ein Kurz- und Galanteriewarengeschäft. Aus diesen Anfängen entwickelte sich ein Unternehmen, das sich zunehmend der Metall- und Bronzewarenfertigung widmete. Bereits im Katalog der Gewerbe- und Industrie-Ausstellung in Wurzen von 1880 wird die Firma als K. Seifert, Metall- und Broncewaaren-Fabrik geführt. Als besondere Spezialität werden „Beleuchtungsgegenstände für Gas und Petroleum – als Kronen, Candelaber u.s.w.“ genannt.

Damit begann eine Entwicklung, die unsere Geschichte bis heute prägt.

1862Der Anfang

K. A. Seifert gründet in Wurzen die Sächsische Broncewaarenfabrik K. A. Seyffert.

Aus einem Geschäft für Kurz- und Galanteriewaren entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten ein Unternehmen mit wachsender Bedeutung für die Beleuchtungsindustrie.

1889Elektrisches Licht

Die Entwicklung der elektrischen Beleuchtung eröffnet neue Möglichkeiten.

Das Unternehmen wird am 27. Mai 1889 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Unter der Leitung von Karl Max Seifert, dem Sohn des Firmengründers, wächst der Betrieb weiter.

Zu dieser Zeit beschäftigt das Unternehmen bereits mehrere hundert Menschen.

1900Wachstum und Expansion

Die Sächsische Broncewaarenfabrik zählt rund 241 Mitarbeiter und verfügt über Musterlager in Leipzig, Berlin, München, Hamburg und London.

Die Produkte werden überregional angeboten. Neben Beleuchtung für Gas entstehen zunehmend auch Leuchten für elektrisches Licht.

1934Neue Strukturen

Das Unternehmen wird verkauft und als Sächsische Broncewarenfabrik Neidhardt & Zimmermann OHG weitergeführt.

Das Produktsortiment wird um Leuchten für den Schiffbau erweitert.

1952Neue Zeit

Eine staatliche Kapitalbeteiligung wird eingerichtet, vertreten durch die Werft Rostock.

1968Schienenfahrzeugleuchten

Das Unternehmen erweitert seine Tätigkeiten um die Entwicklung und Fertigung von Leuchten für Schienenfahrzeuge.

1972Verstaatlichung

Der Betrieb wird zwangsverstaatlicht und als VEB Spezialleuchtenbau Wurzen weitergeführt.

Rund 140 Mitarbeiter sind zu dieser Zeit im Unternehmen beschäftigt.

1984Leitbetrieb

Die Eingliederung in ein Kombinat mit sieben weiteren Unternehmen folgt. Der Betrieb übernimmt die Funktion des Leitbetriebs.

Technische Leuchten für Schiffbau und Schienenfahrzeugindustrie prägen das Sortiment.

1985Die Semperoper kehrt zurück

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wird die Semperoper Dresden nach vier Jahrzehnten des Wiederaufbaus wiedereröffnet.

Die Rekonstruktion des gewaltigen Kronleuchters wird zu einer besonderen handwerklichen Leistung. Ein in den Ruinen gefundener Gasring liefert den entscheidenden Hinweis auf seine ursprünglichen Dimensionen: 4,25 Meter Durchmesser.

Seit der Wiedereröffnung erhellen 256 Lampen den historischen Kronleuchter. Insgesamt stammen 363 Leuchten im Haus aus sächsischer Fertigung.

1990Rückkehr in private Hände

Nach der Wiedervereinigung wird das Unternehmen durch den Alteigentümer Günther Hessel reprivatisiert und als Sächsische Broncewarenfabrik Wurzen GmbH weitergeführt.

Der Gebäudekomplex wird modernisiert und in neue Maschinen investiert.

1996Ein wachsendes Archiv

Die Vorgängerfirma der heutigen Deutschen Leuchten Manufaktur 1862 übernimmt einen mehr als 1.000 Teile umfassenden Gussmusterfundus sowie Markenrechte traditionsreicher deutscher Leuchtenhersteller.

Damit wächst ein historischer Wissens- und Formenschatz, der bis heute für Rekonstruktionen und neue Entwicklungen genutzt wird.

2000Spezialisierung

Die Leuchten Manufactur Wurzen GmbH wird als Tochterunternehmen der Firma SBF Spezialleuchten Wurzen GmbH für dekorative Beleuchtung ausgegliedert.

2005Internationale Märkte

Das Unternehmen tritt in den Mittleren Osten ein und baut seine internationalen Aktivitäten weiter aus.

2006Zusammenarbeit mit Swarovski

Die Zusammenarbeit mit Swarovski verbindet traditionelle Leuchtenfertigung mit einem international renommierten Partner für Kristall und Licht.

2015Neue Unternehmensführung

Das Unternehmen wird verkauft. Gabriele Pötzsch übernimmt die Geschäftsführung.

2026Deutsche Leuchten Manufaktur 1862

Mit der neuen Namensgebung Deutsche Leuchten Manufaktur 1862 wird die Geschichte des Unternehmens zum sichtbaren Bestandteil seiner Identität.

Mehr als 160 Jahre Handwerk, Erfahrung und Entwicklung verbinden sich unter einem Namen.

Von Generation zu Generation

Ein altes Belegschaftsfoto erzählt vielleicht mehr über unsere Geschichte als jede Chronik.

Männer in Anzügen stehen neben Arbeitern in Kitteln und Schürzen. Ernste, zufriedene Gesichter blicken in die Kamera. In den Fenstern darüber sind Erzeugnisse ihrer Arbeit zu sehen.

Vielleicht hat ein Lehrling dieses Foto stolz seiner Familie gezeigt. „Unterste Reihe, fünfter von links – das bin ich.“ Vielleicht wollte auch der Sohn oder ein jüngerer Cousin Gürtler werden, und später der Freund seines Kindes.
So wird Wissen weitergegeben. Nicht nur in Büchern, Zeichnungen und Modellen, sondern von Mensch zu Mensch, von Hand zu Hand und von Generation zu Generation.

Heute verbinden wir diesen Erfahrungsschatz mit modernen Möglichkeiten und neuen Ideen. Semper idem. Immer derselbe – nicht im Sinne des Stillstands, sondern im Sinne der Beständigkeit.